Beschreibung: 

1) Lage

Die Steinbrüche Leimen und Rohrbach wurden Ende der 60er Jahren stillgelegt. Sie liegen an einem NW-exponierten Hang des Oberrheingrabens im Naturpark „Neckartal-Odenwald“, innerhalb der naturräumlichen Einheit „Bergstraße“. Aus tektonischer Sicht liegt das Gebiet auf einer Bruchscholle im Grabenrandbereich auf etwa 180 m. ü. NN. inmitten klein parzellierter, extensiv genutzter alter Weinberge und Streuobstwiesen.

2) Übersicht Rekultivierung

Das heutige Naturschutzgebiet „Steinbruch Leimen“, mit einer Flächengröße von ca. 12 ha, lässt sich besonders durch seine kalkhaltigen Lößüberdeckungen in den Hangbereichen charakterisieren. Diese führen zur Ausbildung unterschiedlicher Stadien von Trocken- und Halbtrockenrasen, die ein einzigartiges Mosaik mit Säumen und Gebüschen sowie aquatischen Lebensräumen bilden. Die Grenzen des NSGs umfassen die Abbruchkante des ehemaligen Steinbruchs sowie eine östlich gelegene landwirtschaftliche Fläche mit einem Stollensystem. Dieses dient verschiedenen Fledermausarten sowohl als Sommer- als auch als Winterquartier. Die temporären Gewässer sind zudem Lebensraum seltener Amphibienarten.

Der ehemalige Rohrbacher Steinbruch  mit einer Fläche von ca. 5,3 ha wurde zur einen Hälfte dem Weinanbau zur Verfügung gestellt und zur anderen Hälfte entsprechend dem Renaturierungsplan naturnah gestaltet.

3) Naturschutzgebiete in unmittelbarer Nähe zu den Abbaustätten

  • 6618-401 VSG (51,8 ha) „Steinbruch Leimen“ überlagert
  • 6618-341 FFH-Gebiet (8392 ha) „Kleiner Odenwald“ überlagert
  • NSG „Steinbruch Leimen“ (21 ha) überlagert
Beschreibung der Lebensräume, Flora und Fauna: 

A) Vorhandene Habitate

1) Leimen (1996; 2003)

  • Röhrichtbestände
  • Tümpel
  • Trocken- und Magerrasen
  • Offene Felsen
  • Stollengänge
  • Feldhecken, Feldgehölze, Gebüsch, Gestrüpp, Hecke und Sukzessionswald
  • Fragmentarischer Trockenrasen
  • Halbtrockenrasen teils fragmentarisch
  • Saum trockenwarmer Standorte
  • Ruderalflur trockenwarmer Standorte/ grasreiche Ruderalflur/ ausdauernde Ruderalflur
  • Grasbestände
  • Gehölzfreie Vegetation feuchter und nasser Standorte
  • Vegetationsfreie Flächen (Schotter, Lehm)

2) Rohrbach (2007)

  • Weinberge
  • stark ruderalisiertes ”Grünland” mit Ackerwildkräutern
  • Hecken
  • kleine Strauchgruppen und Gehölzstreifen
  • Gestrüpp
  • Feldgehölze
  • Streuobstbestände
  • Mauer aus Felsblöcken und großen Steine
  • Steinschüttung
  • Gräben
  • Wasserauffangbecken
  • Tümpel

B) Vorhandene Arten

1) Leimen (1996)

  • Gefäßpflanzen: 292
  • Fledermäuse: 3 (1993, 2011)
  • Vögel: 48, insbesondere Uhu (Bubo bubo)
  • Reptilien: 3
  • Amphibien: 7
  • Schnecken: 21
  • Heuschrecken 19
  • Tagfalter: 27/ Nachtfalter: 118
  • Käfer: 140
  • Libellen: 14
  • Wasserwanzen: 15/ Wasserkäfer: 40
  • Fische: 3

2) Rohrbach (2007; 2010)

  • Vögel: 35
  • Amphibien: 6
  • Tagfalter: 34
  • Heuschrecken: 16
  • Laufkäfer: 35
  • Schnecken: 11
  • Spinnen: 94 (2010)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)

C) Zu fördernde Arten

1) Leimen (1996), u.a.:

  • Fledermäuse
  • Gelbbauchunke (Bombina variegata)
  • Uhu (Bubo bubo)

2) Rohrbach (2007), u.a.:  

  • Mispel (Mespilus germanica)
  • Dorngrasmücke (Sylvia communis)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)
  • Gelbbauchunke (Bombina variegata)
  • Mauerfuchs (Lasiommata megera)
  • Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
  • Weinhähnchen (Oecanthus pellucens)