Beschreibung: 

A) Lage
Die Abbaustätte Hagenbach befindet sich am nördlichen Rand des Baggersees Hagenbach/ Stixwörth im nördlichen Oberrheingraben in der naturräumlichen Einheit „Pfälzische Rheinniederung“ und liegt ca. 1 km südöstlich vom Zentrum der Stadt Hagenbach an der Landesstraße L 556 in Richtung Neuburg. Die Stadt Hagenbach liegt im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz.
Im Osten und Südosten der Abbaustätte grenzt das Naturschutzgebiet „Stixwörth“ und der Staatsforst „Stixwörth“ an. Der im Osten vorbeifließende Rhein befindet sich in einer Entfernung von ca. 1,5 km. Im Nordosten wird das Betriebsgelände von einer Industriegleisanlage begrenzt und im Süden und Südwesten des Baggersees ist die nähere Umgebung von Landwirtschaft geprägt.
Die Abbaustätte Hagenbach bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope. Besonders zu den in der näheren Umgebung liegenden, meist wasser- oder feuchtebetonten Biotopen (z.B. NSG “Stixwörth”), stellen die Habitate des Baggersees eine wichtige Verzahnung dar.

B) Übersicht Abbau und Rekultivierung
In der Grube Hagenbach wird im Nassabbauverfahren abgebaut. Die genehmigte Abbaufläche beträgt ca. 45,75 ha, davon werden ca. 40,36 aktiv genutzt (Stand: Oktober 2015). Bei dem gewonnenen Material aus der Abbaustätte handelt es sich um Quarzsand. Hinsichtlich Rekultivierung, wurde eine ehemalige intensiv genutzten Landwirtschaftsfläche (2,7 ha inkl. Gewässerrandstreifen) an einem Altrheinarm in der Ortsgemeinde Neuburg in eine extensiv genutzte Fläche umgewandelt. Ebenfalls wurde in räumlicher Nähe eine landwirtschaftliche Fläche in Wald (Ersatzaufforstung: ca.1,9 ha) umgewandelt. Beide Maßnahmen laufen erfolgreich seit 2014/ 2015 und grenzen räumlich nicht direkt an das Abbaugelände an.

C) Naturschutzgebiete in unmittelbarer Nähe zur Abbaustätte

  • 6915-301 FFH-Gebiet „Rheinniederung Neuburg-Wörth“ im Südosten direkt angrenzend
  • 6915-403 VSG „Goldgrund und Daxlander Au“ im Südosten angrenzend
  • 6914-401 VSG „Bienwald und Viehstrichwiesen“ ca. 350 m im Süden
  • 7334-044 NSG „Stixwörth“ im Südosten direkt angrenzend
  • 7334-048 NSG „Kleines Altwasser“ ca. 850 m im Süden
  • 7334-050 NSG „Neuburger Altrhein, westlicher Teil“ ca. 1,6 km im Südwesten
  • 7334-071 NSG „Riedried“ ca. 3,3 km im Nordwesten
  • 07-LSG-73-1 „Pfälzische Rheinauen“, überlagernd
Beschreibung der Lebensräume, Flora und Fauna: 

A) Vorhandene Habitate/ Biotoptypen in der Abbaustätte und Umgebung (2015), u.a.:

  • Flachwasserzone mit Schilfbestand
  • Uferwall mit Ruderalfluren
  • Offene Kies- bzw. Sandbereiche 
  • Offengehaltene/ gemähte Grünfläche, Angelplatz
  • Sichtschutzwall, vereinzelte Gehölze, starke Verbuschung
  • Lagerfläche Oberboden mit Ruderalfluren
  • Ufergehölz
  • Waschwasserabfluss mit Weiden und Schilf
  • Klär- und Absatzbecken (Schlammgrube) mit temporär gefluteten Bereichen, Weidensikzession
  • Lagerflächen Sand und Kies, spärliche Vegetation
  • Temporäre Kleinstgewässer
  • Weiher mit Weiden gesäumt
  • Feldgehölze
  • Altes Ufergehölz zwischen Weiher und Wald
  • Ufergehölze, Überschemmungszone um den Weiher, starke Weidensukzession, Salix spp.
  • Verfüllungsfläche Nord
  • Oberbodenhalde
  • Ostufer, Übergang Baggersee zu Wald (Buchenwald)
  • Kies- und Sandwege
  • Abbaugewässer
  • Betriebsgelände
  • Ackerflächen

B) Vorhandene Arten (2009), u.a.:

  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Fasan (Phasianus colchicus)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Nutria (Myocastor coypus)
  • Braunes Langohr (Plecotus auritus)
  • Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
  • Spät-Bitterling (Blackstonia acuminate)


Laufende Projekte:

  • HSK-Artenschutzprogramm Uferschwalbe (seit 2007)
  • Biodiversitätsmanagement Plan (BMP) (2015)