Beschreibung: 

 

1) Lage

Der Steinbruch Nußloch liegt ca. 12 km südlich von Heidelberg am Übergang vom Oberrheingraben zum Kraichgau. Etwa 1 km nordwestlich des Steinbruches befindet sich die Ortschaft Nußloch, ca. 2 km in Richtung Südwesten liegt die Ortschaft Wiesloch.

Der Steinbruch wird zum einen von Landschaftsschutzgebiet, sowie von dem FFH-Gebiet Kraichgau Meckesheim teilweise überlagert. Zusätzlich grenzt das FFH Gebiet Kleiner Odenwald unmittelbar an den Steinbruch an (1 km nördlich des Steinbruches).

2) Übersicht – Abbau und Rekultivierung

1. Genehmigte Abbaufläche: 237,66 ha (Status: 2010)
2. Abbaufläche: östlichen Bereich des Steinbruchs; derzeitige Gewinnung auf ca. 30-50 ha.
3. Freizeitnutzung: Naturlehrpfad/ Rundweg innerhalb des Steinbruchs 2,8 km (nur Führungen) und außerhalb 2,7 km (öffentlich zugänglich). Der Naturlehrpfad ist Bestandteil des GeoParks „Odenwald-Bergstrasse“
4. Rekultivierungsstatus: 80 ha sind bereits rekultiviert bzw. renaturiert (Status 2010); existierender Rekultivierungsplan von 2001
5. Maßnahmen aus dem Rekultivierungsplan 2001:

  • Entwicklung von Grünlandwiesen und Streuobstwiesen
  • Entwicklung von Gehölzen als lineare Vernetzungselemente
  • Entwicklung von Obstbaumalleen als lineare Vernetzungselemente
  • Schaffung von Sukzessionsflächen auf Rohbodenstandorten
  • Schaffung von südexponierten offenen Fels- Lößwänden
  • Anlage von Vernässungsbereichen mit Kleingewässern
  • Anlage von Stillgewässern mit Uferbereich
  • Entwicklung eines standortgerechten Laubmischwaldes und naturnaher Waldränder

C) Naturschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete

  • Bergstraße Süd 2.26.048 (überlagernd)

FFH Gebiete

  • 6618-342 Kraichgau Meckesheim; Fläche 890 ha (teilweise überlagernd/ Westen)
  • 6618-341 Kleiner Odenwald, Fläche 3569 ha (angrenzend/ Norden)
Beschreibung der Lebensräume, Flora und Fauna: 

 

Habitate, Tiere- und Pflanzenarten des Steinbruchs Nußloch (→ beziehen sich auf den „alten“ rekultivierten und renaturierten Bereich)

A) Vorhandene Habitate: siehe Biotoptypen

B) Zu fördernde Habitate

Magerwiesen mittlerer Standorte
Magerrasen basenreicher Standorte
Schwermetallrasen
Feldgehölze und Baumgruppen
offene Wasserflächen
wechselfeuchte Standorte
offene Felswände
Sukzessionswälder

C) Zu fördernde Arten

Heuschrecken
Amphibien
Reptilien
Orchideen

D) Gesamtarten (2000)

Gefäßpflanzen und Armleuchteralgen: 436
Vogelarten: 100
Amphibien: 12
Reptilien: 6
Libellen: 18
Heuschrecken: 21
Tagfalter: 39
Spinnen: 116 (1990)
Sonstige Tierarten: 30

E) Biotoptypen (2000)

Tümpel
Offene Wasserfläche eines Steinbruchsees
Offene Wasserfläche eines Absatzteiches
Anthropogen freigelegte Fels-Bildung
Lößwand
Sandsteilwand
Geröll-Halden
Anthropogene Gesteinshalde
Stollen
Flutrasen
Fettwiese mittlerer Standorte
Magerwiese mittlerer Standorte
Lückiger Trittpflanzenbestand
Tauch- oder Schwimmblatt-Vegetation der Stillgewässer
Vegetation einer Schlammbank
Ufer-Schilfröhricht
Rohrkolben-Röhricht
Nitrophytische Saumvegetation
Mesophytische Saumvegetation
Saumvegetation trockenwarmer Standorte
Brennnessel-Bestand
Goldruten-Bestand
Landreitgras-Bestand
Annuelle Ruderalvegetation
Ausdauernde Ruderalvegetation  trockenwarmer Standorte
Ausdauernde Ruderalvegetation frischer bis feuchter Standorte
Schwermetallrasen (Violetea calaminariae)
Magerrasen basenreicher Standorte
Feldgehölz
Gebüsch trockenwarmer, basenreicher Standorte
Gebüsch mittlerer Standorte
Schlehen-Gebüsch mittlerer Standorte
Gebüsch feuchter Standorte
Grauweiden- oder Ohrweiden-Feuchtgebüsch
Brombeer-Gestrüpp
Rosen-Gestrüpp
Waldreben-Bestand
Efeu-Bestand
Baumgruppe
Eichen- oder Hainbuchen-Eichen-Wald trockenwarmer Standorte
Waldmeister-Buchenwald
Sukzessionswald aus kurzlebigen Bäumen oder mit überwiegendem Laubbaumanteil
Ahorn-Bestand
Robinien-Wald
Nadelbaum-Bestand
Aufforstungsfläche
Von Bauwerken bestandene Fläche
Völlig versiegelte Straße oder Platz
Weg oder Platz mit wassergebundener Decke
Unbefestigter Weg oder Platz
Grasweg
Lagerplatz

Laufende Naturschutzprojekte:

  • Naturlehrpfad Steinbruch Nußloch
  • Gelbbauchunken