Beschreibung: 

1. Lage

Die Abbaustätten Dixförda I und II des Werkes Elster-Kies liegen zwischen den Gemeinden Lindwerder, Dixförda und Steinsdorf im Landkreis Wittenberg; circa 80 km südwestlich von Potsdam. Die nächste größere Stadt an der B187 gelegen ist Jessen am Fluss Schwarze Elster. Die Gruben befinden sich am Rand des Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtals (Entstehung Saaleeiszeit), ein Teil der norddeutschen Tiefebene.

2. Abbau und Rekultivierung

Der Abbau findet im Trocken- und Nassverfahren statt, wobei der Bereich Dixförda I (Abbaufeld I und III) schon abgeschlossen ist und heute ein 5 ha großer See als Naherholungsziel für Badegäste und Angler dient. Jährlich wird im Bereich Dixförda II auf 4-5 ha Fläche abgebaut. Neben den sandigen und lehmigen Deckschichten die im gesamten Gebiet bis in Tiefen von 10 bis 35 m reichen, werden auch anstehende Sande und Kiese abgebaut. Lokal sind ein plastischer Geschiebemergel, lehmige und schluffige Sande mit betroffen.

In den Abbaufeldern (IV, V, VI) der Abbaustätte Dixförda II sind u.a. folgende Rekultivierungs-maßnahmen vorgesehen und teilweise bereits umgesetzt (2012):

Feldgehölze verschiedener Typen /Aufforstung einheimischer Arten
Stillgewässer verschiedener Typen (Erholungssee, Landschaftssee, Biotopsee, Fischgewässer, Tümpel auf Rohböden)
Pionier-, Sumpf- und Verlandungsvegetation
Grünland, mesophil als Mähwiese
Ruderalfluren, ausdauernd
Sonderbiotope (Steinhaufen, Ufersteilwand)
Sport- , Spiel- u. Erholungsanlage
Ackernutzung möglichst kleinparzelliert

Die geplante Rekultivierungsfläche wird schlussendlich ca. 160 ha betragen. Eine Konzentration der Maßnahmen findet speziell im Südteil von Abbaufeld V (Dixförda II) statt.

3. Naturschutzgebiete:

4144-301 FFH „Korgscher und Steinsdorfer Busch“, 1 km östlich
4143-401 VSG und FFH „Glücksburger Heide“, 2,8 km nordwestlich
319667 LSG „Arnsdorfer-Jessener-Schweinitzer Berge“, 1,4 km westlich

4. Besondere Projekte:

Die Kiesgrube bietet Raum für Schlafplätze einer der größten europäischen Binnenland-Populationen von Singschwänen. Anfang des Jahres 2013 wurden bis zu 1120 Individuen erfasst. Zusammen mit unserem Kooperationspartner BirdLife werden Verhaltensmuster und Aufenhaltsorte dieser seltenen Population in einem zweijährigen Projekt genauer untersucht.

Beschreibung der Lebensräume, Flora und Fauna: 

 

A) Vorhandene Habitate: siehe Biotoptypen

B) Zu fördernde Arten (LBP 2011), u.a:

Kreuzkröte (Bufo calamita)
Wechselkröte (Bufo viridis)
Moorfrosch (Rana arvalis)
Biber (Castoridae)
Eisvogel (Alcedo atthis)
Uferschwalbe (Riparia riparia)

C) Gesamtarten (LBP 2011):

Säugetiere: 2
Vögel:  Brutvögel: 75, Gastvögel: 19 Durchzügler/Wintergäste; zzgl. 22 Brutzeitgäste
Amphibien: 10
Libellen: 19
Heuschrecken: 19
Laufkäfer: 21
Reptilien: 2
Tagfalter: 16
Pflanzen: 21 (ausgewählte wertgebende Pflanzenarten)

D) Biotoptypen (Felder I,III,IV, V, VI/ LBP 2011-2012):

Abraum
Rohböden
Spülfläche
Röhricht
Grünland
Wald
Garten
Acker
Ruderalfluren
Gewässer
Offenflächen
Verlandung
Gehölzpflanzungen
Bebauung

Befestigte Straßen

 

Laufende Naturschutzprojekte:

  • Singschwan-Dattenloger-Projekt (seit 2012)